AllgemeinGedanken

Gegenwind – Mit Navi, High Heels und Make up gegen Fehlentscheidungen, Rückschläge und Kritik

 

 

Was tun bei Fehlentscheidungen?

Ich meine es gibt gar keine Fehlentscheidungen.
Wie? Nicht? Geht’s noch Damaris? Was meinst du, was mir schon alles passiert ist in meinem Leben, nur weil ich bei einer Entscheidung mal wieder kräftig daneben gelangt habe!
Stop, stop, stop! Lass mich erst mal ausreden ;-)

Ist es nicht so, dass wir nach jeder Entscheidung, egal ob rechts oder links, schlauer sind? Wir können doch jederzeit wieder kehrtmachen und einen anderen Weg gehen und der angeblich falsche hat uns nur das gezeigt, was wir trotzdem mal anschauen sollten, wenn auch nur für einen Moment. Wären wir den Weg nicht gegangen, wüssten wir nicht, was am Ende oder unterwegs auf uns wartet. Du musst ja nicht den kompletten Weg zurück gehen. Unterwegs gibt es immer wieder Abzweigungen.

When nothing goes right, go left

Sicher hast du dich schon mal verfahren oder verlaufen. Die meisten nutzen dafür, damit das nicht passiert, ein Navi. Weißt du wo dein körpereigenes Navi sitzt? Genau, in deinem Bauch. Und wenn dein Bauch meint, du sollst den oder den anderen Weg gehen, hat das auch seinen Grund. Vielleicht ist ein Umweg nötig, weil irgendwo Stau ist und du so leichter ans Ziel kommst. Oder die Software deines Navis ist veraltet und kennt die neuen Straßen noch nicht, aber trotzdem kommst du ans Ziel. Nimm auf dem Weg so viele Erfahrungen, Erleuchtungen, Lampen, Spiegel… mit, wie du nur kannst. Niemals ist es vertane Zeit!

 

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben,
sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.
›Lucius Annaeus Seneca‹

 

Es gibt immer 158 Wege, die wir wählen könnten. Such dir davon 3 aus, bei denen du das Gefühl hast, die könnten dir was bringen…und dann geh einfach los. Wenn du dich mit einer Entscheidung wohl fühlst, bereue sie nicht, das hat sie nicht verdient! ;-)

 

Aha, dann gibt es wohl auch keine Rückschläge?
Klar, gibt es die! Wir würden ja gar nicht vorwärts kommen ohne Rückschläge. Aber wenn wir sorgsam mit uns umgehen, dann werden sie niemals zu heftig oder zu groß. Denn, sind wir aufmerksam, erkennen schon die kleinsten Vorzeichen, können wir reagieren. Lassen wir natürlich zu viel auflaufen, dann knallt es irgendwann und wir müssen uns richtig aufrappeln.

Der Körper ist der Botschafter unserer Seele. Hörst du nicht auf deinen Bauch, dein Herz, deine Seele oder wen oder was auch immer du da in dir hast, schreit der Körper erst mal ganz laut STOP!
Zuerst geschehen Dinge im Außen. Das kann ein kleiner Unfall sein, ein platter Reifen, ein abgebrochener Absatz deiner High Heels.
Erst nach einiger Zeit meldet sich die Seele durch den Körper zu Wort…wenn es denn schon einigermaßen dringend wird.
Eventuell in Form einer Erkältung, was noch dein geringstes PROblem wäre. Es könnte aber auch ein Knochenbruch, ein Herzinfarkt oder ein Unfall sein. Der Körper fängt immer mit ganz kleinen Signalen an.

Stell dir das so vor: In deinem Körper sitzt also deine Seele und hat einen Wunsch. Du hörst mal wieder nicht hin und sie sitzt da, denkt sich: „Wohin mit meinem Wunsch?“ Dann legt sie diesen Wunsch irgendwo in deinem Körper ab. Der Wunsch wird von dir aber immer noch nicht beachtet, sodass er sich zu einem Ziehen, einem Drücken oder dergleichen, weiter entwickelt. Wenn du dann immer noch nicht aufmerksam wirst, verstärkt sie den Druck. Das geht so weiter, bis es gar nicht mehr geht.

Achte auf deine Signale, dann wirst du mit „Rückschlägen“ besser umgehen und sie als Zeichen deuten können.

 

Was tun mit Kritik?

Der Blick in den Spiegel. Oft machen wir das nicht so gern, er könnte uns ja etwas zeigen, das wir nicht sehen möchten. Wichtig ist das aber schon, dass wir da immer mal wieder reinschauen. Nicht nur um unsere Frisur oder das Make up zu checken, sondern um zu erkennen und zu lernen.
Meine leidenschaftlichsten Spiegel sind die Kinder, von ihnen lerne ich ganz besonders viel. Oft macht der Blick in den Spiegel auch weh, z.B. wenn es eine Auseinandersetzung mit dem Partner oder dem Chef  gibt. Allerdings hat eine Auseinandersetzung oder Kritik nicht immer nur etwas mit dir zu tun, auch dein Gegenüber sollte den Blick wagen.

Eine Situation mit einer Kollegin spitzte sich vor einiger Zeit sehr zu. Ich ging zu ihr, sprach sie darauf an. Sie wurde laut, ich auch. Nach einigen Minuten schauten wir uns in die Augen und unsere Mundwinkel gingen nach oben. Wie aus einem Munde sagten wir: „Spiegel?“ Die Situation war gerettet, wir tranken gemeinsam Tee und redeten darüber, was wir, jeder für sich, aus dieser Situation ziehen konnten.
Das Resonanzgesetz. Was ich gebe, bekomme ich zurück. Was ich noch lernen darf, stellt sich mir in den Weg. So auch meine Kritiker.
Even the stones in one's path can be made into something beautiful.

Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe oder besser, mein Bauch ganz laut JA schreit, dann kann mich kaum einer aufhalten. Ich folge meinem Gefühl und weiß ganz genau, dass dies oder jenes in dem Moment genau das Richtige für mich ist.

Nur manchmal…manchmal wünsche ich mir dann ein wenig Gegenwind. Nämlich genau dann, wenn ich mal kurz eine Pause einlege und mich frage: „Ist das wirklich alles so richtig, was du da machst?“ Klar, es gibt kein richtig oder falsch. Aber in solchen Momenten wünsche ich mir jemanden, der mir Gegenwind gibt, der mir sagt: „Schau doch mal da lang“, oder „vielleicht wäre das hier auch eine Möglichkeit“ oder auch „das sehe ich aber ganz anders“. Ich brauche niemanden, der mich bestätigt (natürlich das auch, aber ich hoffe, du weißt was ich meine), niemanden der mich abnickt. Ich möchte keine Schwarz-Weiß-Seher, keine Schlechtreder, keine Ja-Sager, sondern ehrlichen, gut gemeinten Austausch.
Nur so kann ich gestärkt aus der Diskussion hervorgehen, nicht mich klein machen lassen, ich möchte auf Augenhöhe diskutieren.

Wenn einer zu mir sagt: „Sei doch froh, dass alles so ist wie es jetzt ist. Du hast doch schon genug in deinem Leben getan und erreicht.“
Dann frage ich „warum“?
Weißt du was das Wort L E B E N für mich bedeutet?
L wie Lachen, Lieben, Lebendig sein,
E wie Erfolg haben und Erfahrungen sammeln,
B wie Seele Baumeln lassen, für etwas Brennen,
E wie Erleben und Entdecken,
N wie Never-ending-exciting-story.

Ich finde es fad, tagein tagaus das Gleiche zu tun…tun zu müssen? Nein, ich will leben, ich will lernen, ich will nicht einrosten, ich will falsche Entscheidungen treffen, ich will daraus lernen, ich will umkehren dürfen um den nächsten Weg zu nehmen.
Und jetzt tut euch keinen Zwang an…her mit dem Gegenwind ;-)

 

 

 

4 Gedanken zu „Gegenwind – Mit Navi, High Heels und Make up gegen Fehlentscheidungen, Rückschläge und Kritik

  1. Ja, stimmt, davon hab ich genug. Denn ich strebe immer wieder nach Veränderungen, was bedeutet, dass ich immer wieder vor der Frage stehe: Ist dieser Weg der richtige oder eher der andere. Mir wurden auch schon Freundschaften gekündigt, weil ich meinen eigenen Weg gegangen bin (heute verstehe ich das besser als früher, warum sich Freundschaften dann auch auflösen). Aber es kann auf jeden Fall sehr schnell der Gedanke aufkommen, der gewählte Weg sei falsch. Im Endeffekt zeigt sich: Wenn dein Herz etwas will, dann zeigt es das. Manchmal versteht man nicht sofort, was anders sein sollte, also probiert man aus. Und auch, wenn das Ausprobieren länger dauert: wenn man versucht herauszufinden, was das eigene Herz will, dann ist jeder Weg richtig. Wie du sagst, dann geht man eben ein paar Umwege, weil die „Software“ veraltet ist :), aber die Erfahrungen und Menschen, die einem dann begegnen, öffnen neue Türen und den Horizont.

    Lange Rede kurzer Sinn (ich könnte stundenlang über das Thema diskutieren: Etwas Risikofreude, Ausprobieren und sich mit Neugierde ins Kalte Wasser zu werfen hat noch niemandem geschadet. Nur an Veränderungen können wir wachsen.

    1. Klasse Marta und vielen Dank fürs teilhaben lassen!
      Jedem, dem wir auf unserem Weg begegnen, ist ein Wegbegleiter für ein Stück…der eine länger, der andere kürzer. Beide lernen im besten Fall daraus, aber wenn einer der beiden „auf der Strecke bleibt“, ist das auch wieder eine/seine Entscheidung. Wichtig ist nur zu wissen, dass nichts sein MUSS, sondern DARF ;-)

      Alles Liebe für dich!

  2. Damaris,

    ein wunderbarer Artikel! Habs genossen, es zu lesen, weil er so wahr ist. Gerade, wenn man neue Wege gehen möchte und ein Teil seines Lebens ändert, stößt man auf Konfrontationen. Da muss man durch. Es gibt immer viel zu lernen, man darf Fehler machen und wie du schreibst: keine Entscheidung ist falsch. Sie ist anders.

    Sehr motivierend!

    1. Vielen lieben Dank für dein tolles Feedback Marta!
      Viele Menschen tun sich schwer überhaupt eine Entscheidung zu fällen und dann noch zu entscheiden, welcher Weg denn der „richtige“ wäre. Würden sie nur alle loslaufen, dann wüssten sie, dass es nie falsch sein kann! An Konfrontationen wächst man, das ist richtig! Liest sich, als ob du da auch schon deine Erfahrungen gesammelt hättest!?

      Alles Liebe,
      Damaris

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