MentalTipps

(NP6) Mit Freude dranbleiben

​In unserer Gruppe kam die Frage auf, wie man an einem Projekt, das man gerne zu Ende bringen möchte, dranbleiben kann.

Für mich sind ja Gefühle sehr sehr wichtig und deshalb rufe ich mir in solchen Momenten bereits erfahrene, abgespeicherte oder ähnliche Gefühle auf.

Und natürlich hab ich wieder vor lauter Spontaneität die Hälfte und einen ganz wichtigen Punkt vergessen. Denn das WARUM dahinter - das sollte man sich immer anschauen. Was will oder kann ich damit erreichen? Was spielt es für eine Rolle, wenn ich es jetzt oder später mache? Mir diese Dinge klar mache, das Gefühl dazu bekomme, das Endziel, auch wenn es im Moment nicht gewiss ist, visualisiere, denke, male, schmecke...

​Anschließend kam es zu einer kleinen Diskussion, die ich so wichtig finde, dass ich sie dir nicht vorenthalten möchte.

"Das mit den Zetteln die mich /Dich fragen ob du das liebst, was du jetzt tun wirst - das ist mir (noch?) ein bisschen zu idealisiert.
Wenn ich alles unterlasse, bei dem ich nicht aus dem „das MUSS ich tun“ raus komme, dann wird zumindest mein Leben nicht mehr funktionieren. Idealtypisch ist es natürlich, alles loszulassen was nur ein MUSS ist - aber auch der angenehmste Broterwerb hat Phasen, in denen Dinge terminlich fertig sein MÜSSEN - und ohne Brot wird es schwierig mit dem Leben. (Von Schokolade spreche ich mal lieber nicht).
Und nicht immer gelingt es (mir), das MÜSSEN in ein können-oder-wollen-Gefühl zu wandeln.

Die Idee, sich ganz oft täglich zu fragen/zu erinnern, ob ich das, was ich jetzt gerade tue, wirklich gern tue - und liebe .... die geht nicht immer.
Und mein hyperaktives Appell-Ohr hört an solchen Stellen "wenn Du dir genug Mühe gibst, dann wirst Du nur noch Dinge in Deinem Leben haben, die Du liebst und gern tust ......" oder "wenn Du etwas nicht wirklich willst oder liebst, dann lass es los, denn es tut Dir nicht gut....."

Tja - und das erinnert mich dann an so Sätze (von anderen Menschen!) wie "Geld wird überbewertet", "die Menschen sind zu materiell", "du kannst dich ja beschränken in deinen Ansprüchen, dann musst du nicht mehr zum (ungeliebten) Arbeitsplatz gehen" .......

Mir gehen dann spätestens die Nackenhaare hoch. Ich empfinde das bei manchen Menschen als Aussagen aus einer eigenen Luxus-Situation heraus, die nicht mit der harten Realität mancher Lebensläufe vereinbar ist.

Es gibt doch wirklich viele Menschen, die in einer - nicht selbst verschuldeten - bescheidenen finanziellen Situation stecken und sich momentan weder eine berufliche Auszeit noch eine Arbeitszeitreduzierung leisten können. Weil sie selbst - und Familienangehörige - dann einfach nix mehr zu beißen haben - oder die Wohnung verlieren - oder ..... das lässt sich fortsetzen.
Jemand in so einer Lage MUSS definitiv arbeiten gehen - auch wenn der Job ihm nicht gut tut - geschweige denn, dass er ihn liebt.
Von jemandem, dem das so geht, zu erwarten, dass er/sie nur noch das tut, was er/sie gerade liebt - ist das nicht unglaublich überheblich?"


Ich danke von Herzen für diese Anregung, denn so bin ich nochmal in mich gegangen um letztendlich ​die Stationen ​meines bisherigen Lebens Revue passieren zu lassen um zu dieser Antwort zu kommen:​​​

​Vorab: Das Video entstand auf die Nachfrage, was MAN tun kann um Dran zu bleiben. 

Sicher, es gibt immer wieder Aufgaben, die wir tun MÜSSEN - auch bei mir - ABER ich kann entweder dran verzweifeln, es nicht tun, mich da reinschaukeln - ODER aber ich verändere mein Gefühl allein zu diesem einen Wort "MUSS".

Als ich in der Sozialhilfe war, alleinerziehend mit 2 kleinen Kids, meine Eltern mit fast 80 Jahren unterbringen musste, mich um Schule kümmern, schauen musste, dass was zu essen auf dem Tisch ist, mich mit ganz furchtbaren Arbeitgebern und Ämtern rumschlagen MUSSTE - da hab ich mir gedacht: "Sch*** Situation, aber Damaris, du hast zwei Möglichkeiten. Jammere was das Zeug hält...vllt. juckt es jemanden (wen hätte das?) oder aber respektiere dich selbst, akzeptiere, dass es jetzt grad so ist, wie es ist" (ich wusste immer, dass es wieder anders wird).

So, und was ist naheliegender als in dem Fall meine Gefühle dazu zu verändern? Ich hab das nicht von mir stoßen können...war halt so....loslassen...ok, aber brachte mir kein Brot auf den Tisch. Gut, habe ich alles, was mir momentanen Druck gemacht hat, gefühlsmäßig verändert. Und das ist es, was i​ch im Video (in unanstrengenderen Situationen) meinte. Denke ich immer und immer zu "Ich muss aber jetzt meinen Job machen, sonst kann ich meine Miete nicht zahlen" (klar, das muss man), dann baue ich mir selbst einen Wahnsinnsdruck auf. Ändere ich aber mein Gefühl zu diesem Job, der mich versucht ins Loch zu ziehen, mich krank zu machen - in Gedanken wie "Ok Damaris, was in deinem Job macht dir Spaß? Was nervt? Welches Gefühl ist dir lieber? Kannst du das Gefühl festigen, irgendwas an einer Stresssituation schön sehen?...all so Sachen halt.

Ich habe mir damals immer vor dem Besuch beim Amt klar gemacht, wer ich wirklich bin, auf was ich alles stolz bin, dass ich ein Wissen habe, vor dem die da drin sich fürchten sollten...​Ressourcen aktivieren.

Dann kommt das auch nicht mehr so nah an mich ran. Und genauso wie sich diese unangenehmen Gefühle immer mehr nach Watte anfühlten, genauso hatte dann eine neue Wahrnehmung Platz. Kam die ja sonst gar nicht an mich ran.

​Die anderen sind die, die zur Licht-und-Liebe-Fraktion gehören. Bin ich nicht...ganz und gar nicht. Ich gehöre zur bodenständigen Sorte mit gaaaanz viel Liebe im Herzen für alles...für jeden - gebe unheimlich gern und viel davon - ganz besonders auch für mich selbst ;-) .

Denn das ist wichtig - dass ich zu mir selbst gut bin, mich liebe, mich respektiere und akzeptiere mit allen Situationen, die grad so um mich sind.

Ich und nur ICH kann dafür sorgen, dass es mir gut geht....ich mich gut fühle...egal ob ich unter der Brücke schlafe oder auf einem Thron sitze.

 ​

 

​Hier kannst du das Live-Video aus unserer Gruppe dazu anschauen:


Mich ​interessiert sehr ​DEINE Meinung dazu!


Kennst du schon.....

...schau doch mal vorbei!




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