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Selbstbewusstsein stärken

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„Just be yourself,

there is no one better“

-Taylor Swift-

 

Viele Menschen assoziieren Selbstbewusstsein mit Redegewandtheit, Extrovertiertheit, Präsent-Sein, Gebildet-Sein, im Vordergrund stehend.

Oft ist das aber nicht so! Ein introvertierter Mensch kann sehr wohl eine Menge Selbstbewusstsein haben und redegewandt sein. Dazu kommt allerdings, dass er eben nicht gerne im Mittelpunkt steht, sich dort nicht wohlfühlt (hier möchte ich noch einmal  auf die unterschiedlichen Handlungstypen hinweisen) und deshalb es den Anschein hat, dass er sich nicht traut, ängstlich ist oder schüchtern. Er achtet dabei aber auf seine inneren Wünsche und bei Kindern ist das umso wichtiger, als dass sie noch in ihre Aufgaben wachsen dürfen.

Step by step…kleine Schritte sind hier sehr wichtig!

Später wird oft gesagt. „Komm aus deiner Komfortzone“, „Zeig, was du drauf hast“ etc.. Aber wird uns als Kind nicht die Chance eingeräumt, diesen Weg sicher zu gehen und aus uns selbst heraus agieren zu dürfen/können, dann wird hinter diesen Worten lange ein MUSS, ein Zwang oder ein Druck stehen und es kann ein schwierigerer Weg werden.

Im Gegenzug dazu, kann auch ein augenscheinlich extrovertierter Mensch nur den Anschein machen, als ob er dies tatsächlich wäre. Nämlich indem er eine Mauer um sich gebaut hat, um von seinem eigentlichen ICH nichts nach außen dringen zu lassen. Innerlich mag er sich vollkommen unwohl damit fühlen.

Manch ein lautes Kind versucht mit seinem Achtung-hier-komme-ich-Auftritt eine Unsicherheit zu verbergen. Ein Schrei nach „Schaut mich an“ oder „Ich möchte wahrgenommen werden.“ Genau diese Kinder brauchen unsere Unterstützung noch einmal mehr…die Unterstützung sie zu stützen, damit sie spüren dürfen, dass sie nicht den Clown oder Unterhalter spielen müssen, dass sie in sich ruhen dürfen und so den anderen ihre wahre Stärke vermitteln können.

 

Ich würde über dieses Thema wahrscheinlich nicht schon so lange reden, schreiben und vortragen, wäre ich nicht selbst ein introvertierter Mensch.

Uns sagt man oft Eigenschaften wie demütig, bescheiden, opferbereit, hingebungsvoll, nachgiebig, treu, aber auch beklommen, zweifelhaft, verlegen, unentschlossen, ängstlich, schüchtern, minderwertig nach.

Ein introvertiertes Kind steht also nicht gerne im Mittelpunkt, ergo ist es nicht selbstbewusst? Leider wird das z.B. in Schulen und später im Beruf immer noch gleichgesetzt.

 

Stell dir diese Situation einmal bildlich vor:

 

Der Lehrer stellt eine Frage. Einige Schüler melden sich spontan, dein Kind eher zögerlich. Das macht es aber nicht, weil es die Antwort nicht weiß, sondern weil es eben nicht gerne vor vielen spricht, vielleicht auch durch Äußerungen von außen, verunsichert ist.

Aber was passiert?

Der Lehrer nimmt dein Kind entweder gar nicht wahr oder aber er nimmt es immer und immer wieder dran. Sicher meint er es nur gut und möchte dein Kind nicht bloßstellen, sondern, aus seiner Sicht, fördern.

Dass der Schuss allerdings nach hinten losgehen kann, ist vielen nicht bewusst.

 

Mitarbeit im Unterricht wird immer wieder benotet. Das ist für die introvertierten Kinder der absolute Horror.

Ich erinnere mich nur ungern an meinen Mathelehrer auf dem Gymnasium. Es gab keine Stunde in der er mich nicht dran nahm (ich hatte mich nie freiwillig gemeldet…er tat es trotzdem). Diese Stunden hatten sich ganz besonders in mein Unterbewusstsein gegraben. So assoziierte ich sehr sehr lange Mathematik mit diesem Lehrer und meinem Gefühl des „Nicht-Genug-Seins“ und so war mein Verhalten auch nach Außen geprägt.

Das zog sich durch viele Jahre meines Lebens. Viele Menschen nahmen mich gar nicht wirklich wahr…oder war das nur mein Gefühl?

Es ist beides! Ich bin immer noch introvertiert, stehe dazu, fühle mich damit wohl. Ich wollte nie auf Tischen tanzen oder beim Abschlussball mit dem begehrtesten Jungen plaudern ;-)

 

Ich erlebe es in der Schule immer wieder, wie „leise“ Kinder scheinbar keine Chance gegen die Lauten haben. Ist das wirklich so? Muss das Kind heute laut sein, damit es wahrgenommen wird?

Da sind oft Mädels oder Jungs, die allein auf dem Pausenhof stehen, es aber auch nicht wagen die anderen anzusprechen, da sie das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie da nicht mithalten können, nur weil sie nicht laut mitschreien und eher die „Mitläufer“ sind.

Was kann dieses Kind tun?

Bei sich bleiben, es selbst sein, sich nicht für die anderen verbiegen wollen. Stark für sein Verhalten eintreten. Lernen seine Gefühle und Wünsche zu akzeptieren und respektieren, denn nicht jedes Kind muss laut sein. Seine Stärken wahrnehmen und diese anderen vermitteln.

Es darf sehr viele leise Kinder geben, die oft ganz besondere Sinne haben und eine Bereicherung für diese Welt sind!

 

Fakt ist dennoch, dass stille, ruhige, leise Kinder nicht auffallen…höchstens dahingehend, dass man ihm ins Zeugnis schreibt: „Er/Sie sollte sich mehr am Unterricht beteiligen“ oder ähnliches.

Die Leisen haben sehr viel zu sagen, hört man mal genau hin und nimmt sich die Zeit.

Es ist ja nicht so, dass sie nichts zu sagen hätten. Nein, sie gehen nur anders mit ihrem Wissen um. Still und bedächtig, das sind Eigenschaften, die sehr sehr wertvoll sind, denn vielen Kindern fehlt heute die Ruhe, das Innehalten und Überdenken.

 

Als Kind hörte ich immer „Beteilige dich doch mal“, „Drängel dich vor, sonst bekommst du nichts ab“, „Du musst schon lauter rufen, damit ich dich höre“ etc..

Ich hab’s trotzdem nie getan! Sicher gingen mir dadurch manchmal die leckersten Muffins durch die Lappen oder das ein oder andere „schönere“ Mitgebsel. Aber daran habe ich keine schlechten Erinnerungen…es war also ok in diesem Moment und ich habe nach meinem Gefühl gehandelt, dem Gefühl mich wohlfühlen zu wollen.

Natürlich wünschte ich mir später manchmal, auch leicht und laut durchs Leben zu laufen, aber auch da habe ich immer wieder meine Weggefährten zur Seite gestellt bekommen…solange, bis ich mir selbst genug war…solange, bis ich mich davon nicht mehr beeinflussen ließ und mein Inneres nach Außen trug um wahrgenommen zu werden.

 

 

Gebe ich den stillen Kindern Raum sich zu äußern, halte die Lauteren zurück, damit die Ruhigen auch zu Wort kommen, stelle die ruhigeren nicht bloß, sondern lasse sie, wenn sie nicht wollen….dann kann ich mit einer Reaktion rechnen.

Manchmal denke ich mir…wow, was steckt in diesem Kind!

 

Zerlegen wir mal das Wort:  SELBSTBEWUSSTSEIN

…das ist die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, sich seiner Stärken und Schwächen (Schwächen können Stärken sein!…wusstest du das?) bewusst zu sein (und vor allem sie anzunehmen) und ICH selbst sein zu dürfen!

Es ist wichtig, dass Kinder lernen, dies alles leben zu können und dürfen.

Selbsterkenntnis und positives Selbstwertgefühl, sowie sie selbst sein zu dürfen!

 

Es ist wichtig, dass sich Kinder so früh wie möglich ihrer Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, sie sich ihre Erfolge und positiven Momente immer wieder anschauen um das Selbstwertgefühl zu steigern und angeblichen Schwächen oder, in mancher Augen, Defizite, keine Nahrung zu geben.

 

„Stärken stärken, statt Schwächen bekämpfen.“

 

 

Alles Liebe für Dich und deine dir anvertrauten Kinder

ღ Damaris

 

 

Kennst du auch ein schüchternes, stilles, nicht sehr selbstbewusstes Kind…oder auch Erwachsenen?

Wie gehst du damit um?

 

 

 

 

Folge mir

Damaris

Körpertherapeutin, Energie-Coach, Mentaltrainerin, Ausbilderin, Seminarleiterin bei Damaris Aulinger
Die Körper-Seelensprache habe ich in meiner Laufbahn aus vielen Methoden zu EINEM gemacht und weiterentwickelt. Mittlerweile blicke ich auf 40 Jahre körpertherapeutisch-energetische Arbeit und 12 Jahre an einer Montessori-Schule zurück. Vor allem mit meiner Methode ©©ME-K(i)T, der manuell-energetischen Körpertherapie, in der die Kommunikation zwischen Seele & Körper eine übergeordnete Rolle spielt und die in allen meinen Angeboten integriert ist, durfte ich bereits viele Menschen unterstützen und mein Wissen an andere Therapeuten weitergeben.
Damaris
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2 Gedanken zu „Selbstbewusstsein stärken

    1. Liebe Danny,
      vielen Dank für das liebe Feedback!
      Das freut mich sehr, dass Dir/Ihnen gefällt was ich schreibe.
      Die Arbeit mit den Kindern ist etwas ganz Besonderes.
      Herzliche Grüße,
      ღ Damaris

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