JahreszeitenTipps

…und das Christkind gibt es doch!

Ja, ich weiß, ich bin sehr früh dran, aber das hat einen ganz bestimmten Grund!

 

Endlich ist es Herbst und in 6,5 Wochen schon Weihnachten.  Da die Herbstferien dieses Jahr relativ spät waren, muss ich mich sputen!

Weihnachten Gefühl

 

Ich liebe den Advent, Weihnachten, die Düfte, die Lichter, den Flair …das ganze Tamtam und Außen rum. Es ist nicht der Kommerz, nicht die Plätzchen (nur das Backen) und auch nicht die Geschenke. Ich schenke gern, das ja, aber ich freue mich mehr an leuchtenden Augen.

Und so starte ich jedes Jahr Ende Oktober die „Aktion Christkind“ mit den Kindern aus der Schule.

„Das Christkind/den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht“,

kommt dann ganz entrüstet von den etwas Älteren.

Oder „Das machen doch alles unsere Eltern,

Das ist nur was für Kleinkinder“ etc.

 

Spätestens dann erzähle ich ihnen eine wahre Geschichte:

In Deutschland gibt es in Himmelpfort und Himmelsthür Postämter vom Weihnachtsmann, in Engelskirchen, Himmelpforten und Himmelstadt sind die vom Christkind und in Nikolausdorf und St. Nikolaus die vom Nikolaus. Es gibt auch Poststellen in USA, am Nordpol, in Finnland, Schweden und Kanada.

Hier kannst du sie finden.

Jedes Jahr kommen mehrere Hunderttausend Briefe  aus vielen verschiedenen Ländern dort an, darunter sind zum Beispiel China, Japan, Taiwan, Chile, Brasilien und Togo. Damit die Kinder die Antwort auch verstehen wird heute sogar in der jeweiligen Sprache geantwortet.

Als die ersten Briefe Anfang der 80er Jahre eintrudelten, wussten die Angestellten der Post, dass schnelles Handeln angesagt ist, denn keiner wollte die Kinder enttäuschen. So entstanden nach und nach immer mehr Postämter, die zur Vorweihnachtszeit rege, dankbar und gern genutzt werden.

Ich wohnte 2003 ein Jahr in Himmelstadt. Damals wusste ich nichts davon, dass es diese Postämter gibt. Als ich es dann mitbekam, war ich Feuer und Flamme.

Da Christkind und Co. nicht alles alleine bewältigen können, denn sie müssen sich ja auch noch um Vorbereitung und Geschenkeherstellung kümmern, dürfen jährlich viele Freiwillige beim Beantworten helfen.

Und ich war eine davon! Ich stürzte mich mit Feuereifer in diese wundervolle Aufgabe.

Selbst Briefe, auf deren Umschlag nur „Ans Christkind“ stand, kamen an. An dieser Stelle ein supergroßes Lob an die Post, die sämtliche Kosten übernimmt.

Schade war es, wenn der Absender fehlte…dann konnten wir nicht rückantworten.

Ich las sehr berührende, freche, hilfesuchende, dankbare, traurige aber auch freudige Briefe…sogar einige Erwachsene schickten Post.

Es war enorm viel Arbeit in enorm kurzer Zeit, aber wer schreibt denn auch schon im August ans Christkind?

Täglich nahmen wir Packen von Briefen mit nach Hause und lasen, schrieben, beantworteten….und einmal habe ich sogar das Christkind ganz kurz gesehen ;-). Für mich war es ein Unding nicht wenigstens noch ein kurzen, persönlichen Satz dazu zu schreiben. Und in meiner Funktion als „Berater oder Coach“ ging es gar nicht, dass ich nicht wenigstens einen kleinen Tipp gegeben habe.

Durch die Flut an Briefen ist es natürlich fast unmöglich geworden auf jeden einzelnen einzugehen, was ich sehr schade finde. Es geht nicht anders, es wird ein jährlich neu geschriebener Brief, oft mit einer kleinen Beilage verschickt. Manchmal etwas zum Basteln, ein Gedicht, Ausmalkarten oder ähnliches.  Da zählt der Gedanke, der Sinn, das Tun und die Kinder freuen sich, wenn sie Post vom Christkind bekommen.

Ich fange mit den Kids so früh an, weil ich möchte, dass sie Zeit haben, sich zu überlegen was sie schreiben möchten, was malen, was basteln. Das geht nicht in einer Stunde der Woche.

Ich wünsche mir von ihnen immer wieder, dass sie sich überlegen über was sich das Christkind noch freuen könnte….etwas Persönlicheres als den Wunschzettel. Immer mehr schreiben von ihrer Dankbarkeit, ihren kleinen oder großen Sorgen, was sie sich für andere Menschen oder die Welt wünschen.

Ich freue mich, wenn ich die Antwort aus Himmelstadt rechtzeitig zurück bekomme, denn so kann ich jedem Kind selbst noch einen kleinen Satz dazu schreiben.

Im letzten Jahr habe ich allen Kindern aus meinen Gruppen einen zusätzlichen Brief geschrieben, da beim Schreiben, Fragen der Kinder aufkamen. Ich fand es wichtig diese zu beantworten:

 Christkind Postamt

 

Wenn ich dann diese Geschichte in einer etwas abgewandelten Form erzählt habe, sehe ich oft ein Leuchten in den Augen, da kommt ein „Oh“ oder „Echt?“  Dann kann es passieren, dass Kinder, vorher überzeugte Große, die an sowas nicht mehr glauben, ihr Mäppchen öffnen und anfangen zu schreiben oder zu malen.

…“und das Christkind gibt es doch!“

 

Ich finde, wir sollten uns dieses Stück Kindheit bewahren!

„Alles, was man sich vorstellen kann und woran man glaubt oder glauben möchte, ist für den Einzelnen die Wahrheit und existiert.“   

                                             -Damaris-

Für mich gibt es das Christkind immer noch und ich lasse es mir nicht nehmen, daran zu glauben ;-). Mag mich der ein oder andere für einen Spinner halten, das macht mir nichts. Ich stehe dazu und werde, solange ich kann, einen Brief schreiben.

Mein Wunsch an dich:

Behalte dir dieses Stück Kindheit!

Und wenn ich ein kleines Schmunzeln oder sogar ein Leuchten in dein Gesicht gezaubert habe, habe ich das erreicht, was ich erreichen wollte!

Übrigens, die meisten Postämter öffnen Ende November und eure Briefe sollten ca. 10 Tage vor Heilig Abend dort sein, damit ihr noch Antwort bekommt. Einige Postämter kann man auch direkt besuchen und seinen Brief vor Ort abgeben.

 

Kennst du die Postämter des Christkinds, des Weihnachtsmannes oder das vom Nikolaus?

Warst du schon mal dort?

Erzähle mir von deinen Erfahrungen und der Reaktion deines Kindes unten in den Kommentaren.

 

 

 

 

 

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