Gedanken

ZEITgedanken – GedankenZEIT

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben,

sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

                         ›Lucius Annaeus Seneca‹

Hmm…ob das mal immer so stimmt?

Freitagmorgen. Ich hänge meinen Gedanken nach und plötzlich kreist das Wort „Zeit“durch meinen Kopf. Da ich ein Mensch bin, der das nicht einfach so hinnehmen will (umsonst hat das Wörtchen sicher nicht den Weg in meinen Kopf gefunden), habe ich nachgespürt. Welche Gedanken soll ich mir zu dem Wort Zeit machen?

 

Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.

                                                                     ›Albert Einstein‹

 

Lieber Herr Einstein, das ist mir etwas zu einfach, aber im Prinzip das, was ich mit diesem Artikel auch ausdrücken möchte.

Mir fielen die unmöglichsten Fragen dazu ein. Aber halt, so unmöglich finde ich sie gar nicht, vielleicht eher nicht so ganz wissenschaftlich und eine Diskussionsgrundlage für die Zeit mit den Kindern.

Gleich vorneweg…ich möchte keine wissenschaftlich fundierten Erklärungen und Erkenntnisse dafür, mir geht es eher um den tieferen Sinn ;-)

 

Meine Fragen an die Kinder waren diese:

Was ist Zeit eigentlich?

Aus was besteht Zeit?

Wo kommt sie her?

Wo geht sie hin?

Kann man Zeit anfassen?

Kann man sie vielleicht sogar essen?

 

Ich, völlig unwissend, habe den Kindern obige Fragen gestellt und so verschieden wie die Kinder ticken, so unterschiedlich waren die Antworten:

„Zeit kommt aus der  Uhr.“

„Zeit ist wie ein Geist.“

„Es gibt die Zeit nicht, sie ist unendlich.“

„Zeit ist eine Dimension.“

„Sie kommt von Gott, schließlich hatte schon er nur 6 Tage Zeit“ (einen Tag durfte er ruhen, der wird also nicht mitgerechnet).

„Wir sind die Zeit.“

„Nur die Uhr kann die Zeit anfassen.“

„Die grauen Herren sind die Zeitfresser.“ (Momo)

Eine Antwort, die mir besonders gut gefallen hat:

„Zeit kommt aus uns und geht dort hin, wo man hin will.“

„Zeit sind Sekunden, Minuten, Stunden.“

 

Tja, aber warum ist das so? Wer hat das festgelegt? Und warum hat die Zeit etwas mit den Zahlen 12 und 60 zu tun?

 

Jetzt wurden wir neugierig und ich habe mal etwas recherchiert.

Die Zahl Zwölf und ihr Vielfaches begegnet uns in allen Kulturen als eine kosmische Zahl, unsere Welt lebt den Zwölferrhythmus.

 

Die Zahl 12 in unserem Körper

  • 12 mal 5 Pulsschläge pro Minute zählen als optimale Frequenz und decken sich im Gleichklang mit der Zeit.
  • Zwei mal zwölf Stunden fasst ein Tag
  • In zwölf Monaten umkreist die Erde die Sonne
  • Zwölf Tierkreiszeichen schmücken unser Firmament
  • Unsere Wahrnehmung und Motorik wird durch zwölf Gehirnnerven gesteuert
  • Unser Herz schlägt vor zwölf Brustwirbeln
  • Unser Darm beginnt mit dem Zwölffingerdarm
  • Unser Skelett macht 12 Prozent der Körpermasse aus
  • Zwölf von 20 Aminosäuren stellt der Körper selbst her
  • Zwölf Mittelfußknochen sorgen für Beweglichkeit
  • Unsere Luftröhre ist durchschnittlich 12 cm lang
  • Der menschliche Organismus regeneriert sein Zellsystem fast vollständig innerhalb von zwölf Monaten neu
  • Nach der Chakrenlehre entsprechen die sechs vorderen Chakren den sechs auf der Rückseite des Menschen, wodurch dann quasi zwölf Haupt-Chakren entstehen.

Die Zahl 12 in den verschiedenen Kulturen

  • In der Astrologie galt die Zahl Zwölf als kosmische Zahl der Vollkommenheit und war heilig.
  • In der griechischen Mythologie begegnet uns die Zwölf neben zwölf Gottheiten und zwölf Titanen in den symbolischen Arbeiten des Herakles.
  • Das Gilgamesch-Epos besteht aus zwölf Tafeln; der Marduktempel Esagila in Babylon hatte zwölf Tore.
  • Auch das indische Delhi hat zwölf Tore, gleich dem himmlischen Jerusalem der Bibel
  • Im Buddhismus setzt sich der Rat des Dalai Lama aus zwölf Mitgliedern zusammen.
  • Bei den Japanern erscheinen zwölf Hauptgötter ebenso wie bei den Indern, Bengalen, Griechen, Römern oder Hethitern.
  • Die Zahl Zwölf ist die Zahl des Zodiaks, der Tierkreiszeichen, der zwölf Felder, Regenten und Häuser des Tierkreises, die das Universum gürten.
  • Jesus hatte 12 Apostel
  • König Arthurs versammelte an seiner Tafel zwölf Ritter. Jedem der zwölf Ritter ist, gemäß seines hervorstechenden Charakterzuges eine Tugend zugeordnet.
  • Im Zwölftafelgesetz spiegelte sich die älteste römische Rechtsauffassung wieder.
  • Das Himmlische Jerusalem besaß 12 Tore aus Perlen und 12 Grundsteine mit den Namen
    der 12 Apostel.
  • Im Islam finden wir die Zwölf in der Kaaba wieder, dem kubischen Stein mit seinen Zwölf
    Der Kubus wird aufgeklappt zum ungleichschenkeligen Kreuz oder zum Tau.
  • In der chinesischen Shou-Kultur haben diejenigen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, einen vollständigen Zyklus des Universums durchlebt. Die 60 Jahre bestehen aus einem Lebenskreis von 5 x 12 Jahren im System der Himmelsstämme und Erdzweige. Es sind die zwölf Erdstämme.
  • Zwölf Einzelpriester „flamines minores“ folgten dem Pontifex Maximus bei heiligen Riten.
  • Die Sumerer zählen zwölf Tage des Kampfes zwischen Chaos und Kosmos.
  • Nach der jüdischen Kabbala ist die Zwölf ein Sinnbild der Ordnung von Raum und Zeit
Quelle: http://www.heute.at/kurioses/art23706,834168

 

Die Babylonier hatten ein fortschrittliches Zahlensystem. In mancher Weise vielleicht sogar fortschrittlicher als unser heutiges Zehnersystem. Die Basis ihren Stellenwertsystems war die Zahl 60, so wie bei uns die Basis 10 ist. Man weiß nicht, warum die Babylonier die Zahl 60 als Basis für ihre Stufenzahlen benutzten. Vermutlich steht ein Gewichtssystem dahinter. Die Einteilung des Tages in 24 Stunden, zu je 60 Minuten und zu je 60 Sekunden ist nur ein Folge dieser Methode und nicht ihr Grund. Hätten sie das Zehnersystem benutzt, würde heute unser Tag in 10 Stunden, zu je 100 Minuten und zu je 100 Sekunden eingeteilt sein. Natürlich würden diese Stunden, Minuten und Sekunden länger sein als die heutigen.

Quelle: http://www.spasslernen.de/geschichte/ges4.htm

 

Die Kids fanden das sehr spannend und da kamen schon auch Äußerungen wie:

„Da hab ich noch nie drüber nachgedacht. Das ist ja der Hammer wo die 12 überall drinsteckt und wir nehmen das alles einfach so selbstverständlich hin!“

Ganz ehrlich…ich war mächtig stolz auf uns ;-)

 

Immer wenn ich die Kids aus der Schule nach den langen Sommerferien wiedersehe, denke ich mir: „Meine Güte, was kann und darf alles geschehen in nur 6 Wochen?“

Sie wachsen, sie lernen dazu, sie verarbeiten Eindrücke, sie erfahren Neues, sie entwickeln sich weiter … wie ein Schwamm saugen sie auf.

Was können Kinder doch alles in relativ kurzer Zeit schaffen!? Wenn wir uns diese Leichtigkeit behielten, was könnten WIR alles in nur 6 Wochen erreichen?

 

Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen,

der sie nutzen will.

                                                                   ›Leonardo da Vinci‹

 

Ist es nicht manchmal so, dass wir in ein paar Stunden enorm was geschafft bekommen…in anderen Dingen aber Wochen oder sogar Monate an Zeit darauf verwenden?

Wäre es nicht sinnvoller unsere Zeit nach Beliebigkeiten einteilen zu können. Okay, wir brauchen Zeit für unseren Job, Zeit für die Kinder, Zeit für Hobbies, Zeit für Freunde, Zeit für Verwandtschaft, Zeit für den Haushalt, Zeit für die Tiere, Zeit in der Natur, Zeit für Urlaub, Zeit zum Schlafen und und und…

Ist eine ganze Menge, deshalb ist es so wichtig Prioritäten zu setzen. In jedem Abschnitt des Lebens andere Prioritäten. Ich kann nicht allem und allen gerecht werden.

Ich MUSS es NICHT allen Recht machen!

Ist es nicht wichtiger, dass ich mir erst einmal selber gerecht werde? Also Zeit für mich nehme? Zeit, die ich nicht in Zahlen nennen mag oder muss?

Und wie wichtig das ist!

 

Verschiebe nicht auf morgen,was auch bis übermorgen Zeit hat.

Sag nicht „Ich würde gern dies oder jenes machen, doch mir fehlt die Zeit.“  Zeit ist eine physikalische Größe. Für die Abfolge der Ereignisse bist nur du verantwortlich.

                                                                                      ›von Unbekannt‹

 

Jetzt im Moment, in dem ich den Artikel schreibe, ertappe ich mich selber bei dem Gedanken: „Wie oft habe ich schon gesagt, dass ich dazu jetzt keine Zeit habe, dass mir die Zeit fehlt, dass ich mehr Zeit bräuchte…erst vor kurzem wieder zu einer Freundin.

Geht dir das auch so?

Warum aber sagen wir nicht, dass wir vielleicht gerade im Moment keine Lust haben oder im Moment andere Prioritäten setzen?  Wahrscheinlich um nicht zu verletzen…um den anderen nicht abzuwerten, wo wir das doch auch gar nicht wollen.

Das arme Wörtchen Zeit, wird von uns ganz schön oft missverstanden.

Da sind viele Menschen, die ihre Zeit vollkommen anders einteilen als du, die andere Prioritäten setzen oder einfach mehr Zeit zur Verfügung haben, weil sie nicht die Anforderungen erfüllen müssen/wollen, die du denkst erfüllen zu müssen. Viele Menschen haben einfach auch eine andere Zeiteinteilung, weil sie keine Kinder haben, weil sie andere Vorlieben haben, weil sie schon ihren Plan erstellt haben?

Eine Rechtfertigung  an mich selbst?

Wenn auch ich oft sage oder denke: „Ich habe leider keine Zeit“, so habe ich durch diesen Text festgestellt, dass ich mir sehr wohl Zeit nehme, Zeit für die Dinge, die mir IM MOMENT sehr viel Spaß machen, mich ausfüllen…ich setze Prioritäten, bei der knapp bemessenen Zeit muss ich Prioritäten setzen…wie z.B. für das Schreiben eines neuen Textes…das Umsetzen meiner Gedanken…das Leeren meines Kopfes…das Ausdrücken meiner Selbst.

Ich versuche stets auf meinen Bauch zu hören und das zu tun, was mich in diesem einen Moment erfüllt/ausfüllt. Lebe ich den Moment? Nicht immer!  Ich versuche vieles unter einen Hut zu bringen, was völlig unsinnig und wenig effektiv ist, aber immer öfter mache ich das, was in diesem einen Moment oder Abschnitt richtig und wichtig für MICH ist!

Versuch es doch einfach mal!

 

Die abschließenden Fragen für die Kids waren diese:

Versteckt die Zeit sich wie der Osterhase die Ostereier, damit wir sie finden?

Oder ist sie verpackt wie ein Geschenk zu Weihnachten?

Ich erntete viele Schmunzler, aber nach kurzem Überlegen, spürten die Kids worauf ich sie aufmerksam machen wollte.

Ich hoffe, ihr merkt das auch…

ZEIT ist ein Geschenk … da fragt man nicht woher, warum, wieviel …

Mein Bruder sagte mir einmal, da ging es um Vorträge halten: „Denke immer an die 3LLL … Langsam, Laut und Lächeln.“ Das hat mir viel gebracht, mit der Zeit habe ich die 3LLL etwas abgeändert für mein Leben übernommen: „Lebe…Liebe…Lache!“

Nimm dir Zeit für die drei „LLL“ !!!

 

 

 

Erzähl mal….wem hast du zuletzt deine Zeit geschenkt?

Wie kommst du mit deinen 24 Stunden klar?

 

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